Natur pflegen

Warum pflegen?

Die letzten Maßnahmen zur Rheinkanalisierung im 19. Jahrhundert führten dazu, dass das Gebiet der Petite Camargue vollkommen vom natürlichen Flussregime abgeschnitten wurde.

Selbst die bei der Einrichtung des Naturschutzgebietes im Jahr 1982 verabschiedete strikte Schutzgebietsordnung reicht nicht aus, dauerhaft ein intaktes Auenmilieu herzustellen.

Während die bewaldeten Bereiche ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden, wird in andere Bereiche der Petite Camargue eingegriffen. Dabei verfolgt man das Konzept des so genannten konservierenden Naturschutzes. Mit gezielten Pflegemaßnahmen wird versucht, die heute fehlende Dynamik des Rheins auszugleichen und so der Verbuschung der Landschaft entgegenzuwirken. Außerdem soll auch der Ausbreitung von Sekundärsukzessions-Gesellschaften entgegengewirkt und damit die Verarmung der Trockenrasen und Feuchtwiesen verhindert werden.

Die Pflegearbeiten werden von den Angestellten der Petite Camargue und von Freiwilligen durchgeführt. Ihre Arbeiten richten sich nach dem fünf Jahre gültigen Managementplan.


Beispielhaft für die Pflegeeingriffe sind die Trockenrasen zu nennen, die in den Wintermonaten gemäht werden, um dem Vordringen von Sträuchern und Bäumen entgegen zu wirken. Die Feuchtwiesen werden mit schottischen Hochlandrindern, einer sehr robusten Rinderrasse, beweidet, die dadurch die Landschaft offen halten.

Die beschriebenen Eingriffe ermöglichen es, die Biodiversität zu erhalten und schrittweise die Funktionalität der Ökosysteme wiederherzustellen.

Um diese Pflegemaßnahmen zu definieren und ggf. neu zu orientieren, werden jährlich zahlreiche wissenschaftliche Studien in der Petite Camargue Alsacienne durchgeführt. Sie verfolgen den Zweck, die durchgeführten Pflegemaßnahmen zu evaluieren oder neue Erkenntnisse über die Ökosysteme zu gewinnen. Die Fauna und Flora der Petite Camargue sind auf internationaler Ebene von wissenschaftlichem Interesse.